Das Daimler Sinfonieorchester in der Presse

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Simon Koch | MOBILITY WORLD | Schwanensee in Sindelfingen

Simon Koch ist Account Manager von M Plan in Stuttgart. In seiner Freizeit spielt der Automobilenthusiast Waldhorn – im Daimler Sinfonieorchester.
Manche Entscheidungen sind das ganze Leben gültig – selbst wenn man sie sehr früh getroffen hat. Simon Koch traf sogar sehr, sehr früh eine Entscheidung, die bis heute Bestand hat, ja, die sogar seine Arbeit bei M Plan prägt.
Im Alter von nur sechs Jahren war es. Simon Koch, heute Account Manager bei M Plan in Stuttgart, stand neben seinen Eltern in einer Musikschule. Dort wollte man ihn mit der Trompete vertraut machen, als logisches Upgrade nach ersten Versuchen auf der Blockflöte. Doch Simon Koch hatte eine andere Vorstellung von seiner weiteren Musikkarriere. Er zeigte auf ein Instrument daneben: das Waldhorn. Das war größer und sah interessanter aus. Weder die Eltern noch der Musiklehrer konnten den kleinen Musiker in spe von seiner ungewöhnlichen Wahl abbringen.
Und das war gut so: Bis heute ist Simon Koch, 27, begeisterter Waldhornspieler. Das Instrument hat ihn durch die Schulzeit begleitet, durchs Studium, als er in Aachen Fahrzeugtechnik studierte und im Hochschulorchester spielte – und es nimmt heute im Job eine wichtige Rolle ein. Simon Koch ist Mitglied des Daimler Sinfonieorchesters, eines renommierten klassischen Laienensembles.
Simon Kochs Augen leuchten, wenn er von seiner Leidenschaft spricht. „Ein paar fette Choräle rauszuballern, das macht Spaß.“ Das sagt der sonst eher formvollendet formulierende Fahrzeugexperte mit solcher Inbrunst, als beschreibe er ein Schlagzeugsolo beim Metallica- Konzert. Seit einem guten Jahr ist er nun Mitglied des Ensembles, das 1979 von Siegfried Benz gegründet wurde und sich im Laufe von fast 40 Jahren von einem kleinen Kammerorchester zu einem vollständigen Sinfonieorchester mit heute rund 60 Laienmusikern entwickelte. Von den schwärmerischen Klängen des Schwanensees über die Stromschnellen der Moldau bis hin zu den Klangfüllen der Orgelsinfonien erarbeitet sich das Orchester immer wieder berühmte Werke großer Meister. Einmal pro Woche wird gemeinsam geprobt, am Wochenende stehen oft Auftritte an.
Ein besonderes Highlight war im vergangenen Sommer ein Konzert zur „Biennale Sindelfingen“ in der neuen Factory 56 von Daimler, der weltweit modernsten Automobilproduktionshalle. Da trat das Orchester zusammen mit einem Chor, einer Big- sowie einer Rockband auf und spielte ausnahmsweise keine klassischen Stücke, sondern Klassiker wie „Stairway To Heaven“, „Final Countdown“ und „Bohemian Rhapsody“.
„Ein Wahnsinnserlebnis“, sagt Koch.

Mit seinem Waldhorn gehört Simon Koch zu den Blechbläsern. Mit drei weiteren Waldhörnern, zwei Trompeten sowie Posaunen und Tuba sorgt er für „warme Wohlklänge“ im großen Ensemble, wie er sagt. Denn das macht für ihn vor allem die Faszination seines Instruments aus: „Waldhörner sind die gute Seele eines jeden Orchesters. Sie haben einen besonderen Wohlklang, vermitteln Emotionen und sorgen für Gänsehautmomente.“ Kaum eine Filmmusik, so Koch, komme deshalb ohne Waldhörner aus.

Für den Account Manager erfüllt das Instrument dazu noch eine andere Funktion: Im Orchester spielt er auch mit Kollegen zusammen, die er sonst aus Projekten, Meetings und Mitarbeiterbesprechungen kennt. „Das hilft im Zwischenmenschlichen“, sagt der musizierende Automobilexperte. Tagsüber geht es dann etwa um Fragen des Qualitätsmanagements bei einem Fahrwerksprojekt – und abends wird Tschaikowskis Schwanensee geprobt.
„Passt“, sagt Koch und lacht. Und man merkt, dass er einem besonders dankbar ist für diesen Werdegang: dem Sechsjährigen, der vor gut 20 Jahren eine wichtige Entscheidung traf.

MOBILITY WORLD / 1.20
20190706 im Steinbruch Bayer

Crossover im Steinbruch wird riesiger Erfolg

Von Hans-Dieter Wolz 08. Juli 2019
„Die Meilensteine der Rockmusik“ ziehen allein am Samstag fast 1000 Besucher an. Siggi Schwarz and Friends mit dem fantastischen Sänger Markus Engelstädter lassen dank Sinfonieorchester bekannte Hits im neuen Kleid erklingen.

Kernen - Verblüfft lauschte der Musikfreund gleich von Anfang an im halb leer geräumten Steinbruch Bayer, wo fast 1000 Menschen am Samstag und – wenn das Wetter hielt – viele weitere am Sonntag locker Platz fanden. Van Halens wildes „Jump“ stand am Anfang der „Meilensteine der Rockmusik“, doch so hatte man es noch nicht gehört. Ungewöhnlich voll klang der Sound, Keyboard- und Orchester-Klang verschmolzen schon in den Eingangs-Sequenzen und entwarfen statt der sonst für sich fast schrill wirkenden Orgel ein weicheres vielfältiges Klangbild. Die akzentuierten Akkorde kamen bedeutend, bombastisch daher. Ein Genuss.

Die Crossover-Versionen von Hits aus fast 50 Jahren Rockgeschichte sind nicht einfach nachgespielt.
So ähnlich ging es bei vielen folgenden Songs auch. Die Crossover-Versionen von Hits aus fast 50 Jahren Rockgeschichte, die der Gitarrist Siggi Schwarz und seine Band zusammen mit dem 80-köpfigen Daimler-Sinfonieorchester unter dem Dirigenten Matthias Baur elektrisch verstärkt ins Felsenrund trugen, sind nicht einfach nachgespielt, sondern von ihm selbst und zwei Partnern für die neue musikalische Manpower arrangiert, wie der Bandleader nicht ohne Stolz erzählte.
Der Aufwand hat sich gelohnt: Ständig gab es etwas zu hören, was in den Originalversionen nicht auffiel, vielleicht schon da war, aber nun neu instrumentiert hervortrat oder einfach erst erkannt wurde. Nur selten passierte es wie bei Creams „White Room“, dass der Hörer mit einer rhythmischen Vereinfachung fremdelte. Ein Titel übrigens, bei dem ansonsten dennoch der Orchesterbeitrag den Charakter veredelte, ähnlich wie bei „Africa“ von Toto, das „Hotel California“ der Eagles, Bon Jovis‘ „It’s My Life“ oder „The Eye Of the Tiger“ von Survivor, Gary Moores „Over the Hills And Far Away“ und weitere. Herausragende Sänger haben den Standard gesetzt.
Nur das deprimierende „House of the Rising Sun“ auf der Grundlage des Hit-Erfolgs von „The Animals“, das sich voll auf die bluesige Stimme Eric Burdons konzentriert hat, will nicht so recht passen zum Bombast-Sound mit süßlichen Klangteppichen, wo doch die Themen Glückspiel, Alkoholsucht, Armut und Prostitution angerissen werden.

Die schon genannten Songs haben eines gemeinsam: Herausragende Sänger haben den Standard gesetzt, an dem sich die Coverversionen messen lassen müssen. Markus Engelstädter kann sich tatsächlich dieser Herausforderung stellen und noch mehr: Von individueller Klasse gekennzeichnete Titel wie „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin oder „Bohemian Rhapsody“ von Queen brachte er kongenial mit seiner fantastischen Stimme rüber, sodass die Begeisterung des Publikums keine Überraschung mehr war. Publikum wollte nicht heim
Die vom Sicherheitskonzept verlangte Deadline schien schon überschritten, da forderte und erhielt das Publikum mit bürgermeisterlicher Sondererlaubnis eine zweite und noch eine dritte Zugabe, das waren „Knocking on Heaven’s Door“ und eine wunderliche Version von „All Along the Watchtower“, beides von Bob Dylan, letzteres aber viel bekannter durch Hendrix.
Während das Publikum kaum heim wollte, träumte Schultes Stefan Altenberger schon von einem weiteren Großkonzert im Steinbruch im nächsten Jahr – sofern Sandwerk-Chef Jörg Bayer noch mal zum nötigen Aufwand bereit ist.
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20190706_Steinbruch

Steinbruch wird zur Konzertbühne

ZVW/Ursula Quast, 08.07.2019

Kernen-Stetten. Das Steinbruchgelände des Sandsteinwerkes Bayer in Kernen ist als Konzertkulisse eine gigantische Entdeckung. Der Gitarrist Siggi Schwarz präsentierte dort am Samstag und Sonntag – inmitten der kantigen Abbruchumgebung – sein erfolgreiches Crossover-Projekt „Meilensteine der Rockmusik – Rock meets Classic“.

Die Idee, dieses Ambiente musikalisch zu bespielen, hatte Bürgermeister Stefan Altenberger schon vor Jahren – und er konnte die Brüder Bayer, Inhaber des Sandsteinwerkes, für das Vorhaben sofort gewinnen. Der Behördenapparat tat sich da schwerer. Doch alle Hürden wurden pünktlich zum Gartenschaujahr genommen.

Kurz vor Konzertbeginn werden nun Kontrabässe, Celli und Geigen durch den Steinbruch getragen. Die Musiker des Daimlerorchesters bahnen sich ihren Weg vorbei an haushoch gestapelten Mauersteinpaketen. Keine übliche Umgebung wie bei ihren sonstigen musikalischen Einsätzen. Gemeinsam mit Siggi Schwarz und Band stehen dann zu Konzertbeginn 100 Instrumentalisten auf der Bühne inmitten einer Naturkulisse, die glaubwürdig „Stairway to Heaven“ und mehr verspricht. Für tausend Zuhörer ist die Kiesfläche bestuhlt – frisch aus recyceltem Beton für den Anlass vom Firmeneigentümer präpariert – und kaum ein Platz bleibt frei. Die umliegenden Geröll- und Erdhänge sind geglättet, der Besucherblick schweift vorbei an einem glänzend gewaschenen Bagger über die Sandsteinwände ringsum – ob sie dem angekündigten Großereignis mit vibrierenden Sound standhalten werden?

Das Wetter bietet jedenfalls ideale Bedingungen. Warm, aber nicht heiß legt sich freundliche Abendstimmung übers Gelände. Der Shuttleservice aus den umgebenden Ortschaften funktioniert wie am Schnürchen. Das Publikum kann die angebotenen Weine der vertretenen Wengerter sorglos genießen. Mit Van Halens „Jump“ startet der Trip in die Rockvergangenheit. Das Orchester ist gleich mit vollem Einsatz dabei, breite Streicherpassagen, sorgfältig gesetzte Bläserbeiträge und elegante Percussionverwendung (vier Schlagwerker haben die Klassiker im Einsatz) puschen die Band bereits im ersten Song zu Höhenflügen. Der Sound ist gigantisch, Siggi Schwarz und seine Musiker werden vom orchestralen Druck brillant ergänzt.

Rockklassiker wie „Here I go again“ von Bernie Madsen und David Coverdale ( Whitesnake), „Africa“ von Toto und „While my Guitar“ von den Beatles folgen dem fulminanten Opener und lassen schnell wissen: Hier ist ein sentimentaler Glücksblick in vergangene Zeiten gewollt. Und das Publikum genießt es sichtlich, den wahrhaft unsterblichen Hits zu lauschen. Nicht zuletzt getragen von der enorm wandelbaren und ausdrucksstarken Stimme des Heidenheimer Sängers Markus Engelstädter. Das Publikum ist begeistert, Siggi Schwarz an der Sologitarre erhält nach der Pause bei seinen exzellenten Soli etwas mehr Druck vom Mischpult, Danny O’Steen am Bass und Backvocalist, Max Hunt an den Keyboards sowie Bernd Elsenhans am Schlagzeug sind in Bestform.

Freddy Mercurys „Bohemian Rhapsody“ reißt das Publikum schließlich von den Sitzen. Nicht nur die Tanzfreudigen haben sich jetzt von den Sitzen erhoben. Mit Standing Ovations bedankt sich das Publikum bei Dirigent Matthias Baur, seinem Orchester und Siggi Schwarz mit Band und fordert erfolgreich Zugaben, bevor der Shuttleservice wieder einsetzt und Ruhe in den Wald zurückkehrt. Die Mondsichel leuchtet überm Sandstein wie ein Hoffnungsschimmer dafür, dass die musikalische Nutzung dieses Ortes eine Wiederholung findet.
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Biennale wächst über sich hinaus

Biennale wächst über sich hinaus

von Eddie Langner, Kreiszeitung Böblinger Bote im "Rückblick Kultur"
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20190628_Biennale Begeisterung

Werk Sindelfingen: In der Produktion spielt die Musik

Gepostet von Sabine Kussmaul am 02.07.2019 im Social Intranet von Mercedes-Benz Sindelfingen

Begeisterte Zuschauer, eine beeindruckende Baustelle und glückliche Musiker – die Konzertreihe

„Meilensteine“ in unserer Factory 56, die im Rahmen der Sindelfinger Biennale stattfand, war ein voller Erfolg für Werk und Stadt
. Um es gleich vorweg zu nehmen: Als das letzte Lied „The Final Countdown“ lief, kam mir sofort der Gedanke: „Nein, bitte nicht jetzt schon das letzte Stück!“ 250 Sänger und Musiker haben die Halle gerockt – und wie!
Aber von vorne: Allein auf die Location war ich schon ziemlich neugierig - diese neue Halle, die „Factory 56“, die so lang ist, dass man meinen könnte, die Erdkrümmung zu sehen An der Einlasskontrolle angekommen und im Glauben am Ziel zu sein, wurden mir die Ausmaße dieses Gebäudes erst richtig bewusst. Der circa 600 Meter lange Fußweg entlang der Halle ließ uns die Ausmaße erahnen. Im Inneren der Halle bot sich sehr viel Platz und die über 1.000 Zuschauer verteilten sich gut in der Fläche. Auch meine Kolleginnen Beate und Susanne waren beeindruckt von diesen Dimensionen. In der Halle angekommen ließen sich die Strukturen der futuristischen Factory erahnen. Moderne Produktionsarchitektur, viel Tageslicht und fahrerlose Transportsysteme, die dem Zuschauer eine Vorstellung davon gaben, wie der moderne Produktionsalltag in der Factory 56 später aussehen könnte.

Licht aus und Spot auf die Stars des Abends:
„Das hört ja gar nicht mehr auf“, denke ich, als diese lange Schlange von Musikern auf die Bühne schreitet. Links das Daimler Sinfonieorchester und rechts der fast 150-köpfige Projektchor, ergänzt um die MVS Big Band und Siggi Schwarz mit Band.
Als Standortleiter Michael Bauer die Gäste begrüßt und erzählt, dass es an den vorigen Konzertabenden Standing Ovations gab, steigen meine Erwartungen. Und dann geht gleich die Post ab: Mit „Jump“ rocken Siggi Schwarz & Band, was das Zeug hält. Sänger Markus Engelstädter beeindruckt mit seinem Spektrum über vier Oktaven. Ganz andere, aber ebenso wunderbare Töne schlug die MVS Big Band mit “Sweet Home Chicago” oder “Music was my first Love” an.
Starke Partner: Michael Bauer, Leiter Produktion Mercedes-Benz Werk Sindelfingen und Standortverantwortlicher, Dr. Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen und Dr. Joachim Schmid, Vorsitzender der Bürgerstiftung Sindelfingen.
Das Publikum ließ sich von den rockigen Hits mitreißen. Alle vier Konzertabende waren jeweils bis auf den letzten Platz der 1.000 Karten ausverkauft.

Ein so buntes Potpourri an Musik, das ich nicht erwartet hätte – und genau das hat den Reiz ausgemacht. Ob Daimler Sinfonieorchester oder Gitarrensolo von Siggi Schwarz - einfach klasse, wie alle zusammen die Bühne Beben ließen. Und dann der Projektchor, dessen Begeisterung auf das Publikum übergesprungen ist und die Menge zum Tanzen brachte.
Mein Highlight des Abends war die Stimme von Alexander Wolff – als er „In the Ghetto“ anstimmte, ging ein Raunen durch den Saal – Eine Gänsehaut überkommt mich, völlig unerwartet. Bei der letzten fast geflüsterten Zeile „… and his Mama cries“ hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können. Emotion pur und Standing Ovations – Elvis wäre begeistert.
Ein weiteres Lieblingslied an diesem Abend war „Music was my first love“. Oder doch „Hotel California“? Vielleicht aber auch die Zugabe „Bohemian Rhapsody“? Für meine Kollegin Beate als Queen- Fan war das eindeutig: „Bei diesem grandiosen Stück haben alle Beteiligten des Ensembles am allerbesten zusammen funktioniert“. Wir sind hochgradig beeindruckt, wie so viele unterschiedliche Musikgruppen so großartig Hand in Hand gehen.
Der fast 150-köpfige Projektchor bestand aus Teilnehmern aus der Stadt sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Werk Sindelfingen.

„Zu-ga-be, Zu-ga-be"

Die Musiker haben sich nicht nur gegenseitig befeuert, sondern auch den Funken schnell ins Publikum überspringen lassen. Wir sind begeistert!
Big Band Leader Jörg Gebhardt bedankte sich beim Publikum mit einem Zitat von Reger: „Standing Ovations sind nicht lebensnotwendig, aber sie tun einfach gut!“ Hartnäckig fordert das Publikum noch eine Zugabe und „Music was my first love“ ertönt im Saal.
Und ja, solche Konzerte in künftigen Montagehallen sind auch nicht lebensnotwendig, aber sie tun einfach gut – denen, die zuhören durften, sicherlich genauso wie denen, die mitgemacht haben. Und als Projekt zwischen Werk und Stadt sowieso.
Also bitte kein „Final Countdown“ – sondern „da capo“ (Italienisch für „wieder von vorne oder noch einmal“)!
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Biennale Sindelfingen: CrossoverProjekt mit 250 Musikern im Daimlerwerk

Unvergessliches Konzerterlebnis mit Gitarrist Siggi Schwarz, Sänger Alexander Wolff und dem Sound von Orchester, Bigband und Chor

Fotos: Epple
Davon werden die Leute noch jahrelang reden:
Symphonieorchester, Bigband, Massenchor und Rockband - insgesamt 250 Musiker präsentieren auf der größten Bühne, die Sindelfingen je gesehen hat, ein unvergessliches Konzerterlebnis. Besser hätte die diesjährige dritte Auflage der Biennale nicht starten können. SINDELFINGEN. "Das Beste oder nichts" - Gottlieb Daimlers Leitspruch hätte auch zur Premiere des "Meilensteine"-Projekts am Mittwochabend in der zur Konzerthalle umfunktionierten "Factory 56" auf dem MercedesWerksgelände gepasst.
Zur Eröffnung der Biennale bekamen die 1020 Zuschauer in dem restlos ausverkauften Hallenabschnitt ein Spektakel geboten, wie es Sindelfingen noch nie erlebt hat. Wie viel Aufwand, Akribie, und Aufopferung in der Vorbereitung steckt, lässt sich nur erahnen. Dasselbe gilt für die Menge an Adrenalin, die den Veranstaltern aus den Poren geflossen sein dürfte, weil nämlich kurz vor Beginn einer der Hauptakteure fehlte. Aber schön der Reihe nach. Folget dem Stern: Wer mit dem eigenen Pkw anreist und sein Auto im Parkhaus 307 abstellt, muss sich erstmal umschauen.
Die eher spärliche Ausschilderung mit Wegweisern im DIN-A4-Format lässt am Premierenabend den einen oder anderen Besucher zunächst ratlos umherirren. Eine kurze Nachfrage bei Daimler-Mitarbeitern auf dem Weg in den Feierabend hilft zunächst auch nicht weiter. "Meilensteine?
Davon wissen wir auch nur aus der Zeitung", meint einer. "Factory 56? Sie meinen die Baustelle? Das ist da drüben", teilt ein anderer mit - allerdings sei ihm auch nicht klar, wo genau der Eingang zur Veranstaltung sein soll. "Das Ding ist 600 Meter lang". Um die Ecke von "Tor 7" weisen schließlich ein Zeltpavillon und Menschen in Abendkleidung den Weg. Blick in die Zukunft:
Zum Eingang geht es ein ganzes Stück die Halle entlang. Der frisch geteerte Belag fühlt sich an, als würde er in der abendlichen Sommerhitze unter den Füßen zerlaufen. Drinnen in der Halle gibt's die erste angenehme Überraschung: Die Temperatur ist deutlich erträglicher.
Von der Hochtechnologie, die hier bald Einzug halten soll, ist noch nicht viel zu sehen. Riesige Tuchbahnen verdecken den Großteil der Halle. Für die Besucher ist nur der vom Wiesengarten im Sommerhof betreute Gastronomiebereich und der Veranstaltungsraum mit der riesigen Bühne zugänglich. Auf einer kleinen Präsentationsfläche drehen stilisierte Montageschlitten selbstständig ihre Runden um ein paar Pappkameraden mit Stern auf dem Kittel. An einer Wand prangen Schlagwörter wie "Industrie 4.0", "Künstliche Intelligenz" oder "Atmende Montagelinien". Spinner sind die Gewinner: Weil es der Premierenabend ist, werden vorab viele Reden gehalten. Oberbürgermeister Bernd Vöhringer verweist auf die bewährte Zusammenarbeit zwischen Werk und Stadt. Michael Bauer, Produktionsleiter des Sindelfinger Werks, erklärt, warum die neue Fabrikhalle mit 220 000 Quadratmetern Grundfläche (entspricht etwa 30 Fußballfeldern) und rund 6400 Tonnen verbautem Stahl als weltweit modernste Autofabrik gilt und Blaupause für alle künftigen Fertigungsstätten des Konzerns sein soll. "Ehrensache" sei es laut Bauer gewesen, dem Wunsch der Bürgerstiftung Sindelfingen nachzukommen, die Halle inmitten der Bauphase für die Konzertveranstaltung freizugeben. Inspiration dafür war das Integrationsprojekt "Sinfonie unseres Lebens" von 2016, aus dem sich auch zahlreiche Mitglieder des "Meilensteine"Chors rekrutieren.
"Einige fanden, die Idee, das hier zu veranstalten, sei gesponnen", berichtet Joachim Schmidt, der Vorsitzende der Bürgerstiftung. Später ist jedoch klar: Die vermeintlichen Spinner sind die Gewinner. Truppenaufmarsch: Gegen 21 Uhr - mit einigen Minuten Verspätung - ist es soweit. Zur Melodie der TV-Serie "Game of Thrones" marschieren von beiden Seiten des Veranstaltungsraums die Mitwirkenden des Abends nach vorn. Ganz in weiß gekleidet sind die Chorsängerinnen- und Sänger - die Mitglieder des Daimler Sinfonieorchesters Stuttgart, der MVS Bigband und der Rockband tragen alle Schwarz. Einer nach dem anderen versammeln sie sich auf der Bühne und geben dort ein beeindruckendes Bild ab. Zum Auftakt ertönt die berühmte Fanfare des Filmstudios "20th Century Fox" - ein passender Auftakt, denn was nun folgt ist - wie es ein Konzertbesucher bereits zur Pause ausdrückt - "ganz großes Kino" für Augen und Ohren.

Elvis lebt: Die musikalische Mischung bietet Jazz- und Blues-Klassiker sowie Pop- und Rockhits von Toto bis Led Zeppelin. Zum Auftakt erklingt eine lässig-swingende Nummer von Van Halens "Jump". Schon hier wird deutlich, welche geballte musikalische Wucht dieser 250-köpfige Klangkörper mit Orchester, Bigband, Rockband und 135 Stimmen starkem Chor erzeugen kann. Die Kombination aus Rockmusik und Orchesterklang funktioniert hervorragend. Der Chor trägt die mächtigen Arrangements wie eine tragende Wand und verleiht den Songs zusätzlich Kraft und Tiefe. Hinzu kommen die herausragenden Solisten: Profisänger Markus Engelstädter hat die perfekte Stimmfarbe für Rocksongs wie "Hotel California", "Stairway to Heaven" oder "Final Countdown". Der erst 21jährige MVS-Bigband-Sänger Alexander Wolff hat schon vor vier Jahren bei "The Voice of Germany" mächtig Eindruck hinterlassen. Er überzeugt mit großer Bühnenpräsenz und herausragenden Gesangsqualitäten. Bei "In the Ghetto" lässt er Elvis vor dem geistigen Auge wieder lebendig werden, bei Elton Johns "Circle of Live" kommt er dem Original ebenfalls ganz nahe.

Zusammen mit dem Gesamtensemble erntet er bei "Music" von John Miles bereits zur Pause Beifall im Stehen. Kultverdächtig wird es, als Wolff und Bandleader Jörg Gebhardt mit Hut und Sonnenbrille als "Blues Brothers" im Duett "Sweet Home Chicago" singen. Pokerface: Was im Publikum niemand ahnt: Einer der Hauptakteure ist noch immer nicht in der Halle angekommen. Es ist der Heidenheimer Bandleader und Gitarrenvirtuose Siggi Schwarz. "Ich verstehe das nicht, der war bei jeder Probe super-pünktlich", tauscht Stadtmusikdirektor Markus Nau mit Kulturamtsleiter Horst Zecha nervöse Blicke. Die beiden sind auf städtischer Seite die Hauptorganisatoren der Biennale. Auch Siegfried Barth, der Regisseur des "Meilensteine"-Projekts, macht sich langsam Sorgen. Bei der Anfahrt hatte bereits der Bassist der Band einen schweren Autounfall, blieb aber zum Glück unverletzt. Von Schwarz fehlt kurz vor Beginn noch immer jede Spur. Auch telefonisch ist er nicht zu erreichen. Was mag da nur passiert sein?
Barth entschließt sich, volles Risiko zu gehen und das Konzert ohne ihn zu beginnen. Spätestens bei Lied Nummer 5 im Programm wird es ernst: Dann soll der Star-Gitarrist, der unter anderem schon mit Santana, The Who und Bryan Adams auf der Bühne stand, den Beatles-Klassiker "While my guitar gently weeps" intonieren. Nur wenige Minuten vorher taucht Siggi Schwarz tatsächlich auf.
Wie sich herausstellt, hatte sich wohl sein Einsatz beim Konzert von ZZ Top wenige Stunden zuvor in Bietigheim unerwartet in die Länge gezogen. Ganz der Profi ist Schwarz aber auf den Punkt vorbereitet, fügt sich nahtlos ins Ensemble ein und zieht den Auftritt in Sindelfingen souverän durch. Respekt nötigt auch die Coolness von Siegfried Barth ab. Der Regisseur sitzt bis zum Eintreffen des Gitarristen mit Pokerface am Bühnenrand. Ganz großes Kino:

Zwischen beiden Konzertabschnitten sehen die Zuschauer die Filmdokumentation "WerkStadtFilm", die Kinderfilmakademie-Chef Barth gemeinsam mit Oliver Weiss produziert hat. Die aufwendig mit 3D-Effekten bearbeiteten historischen Aufnahmen erzählen in spektakulären Bildern die 104-jährige Geschichte des Sindelfinger Daimlerwerks und die damit eng verknüpfte Stadtgeschichte. Begeistert zur Geisterstunde: Kurz vor Mitternacht - wegen der Premierenansprachen dauert das Konzert rund eine halbe Stunde länger erklingen die letzten Töne der Zugabe. Es ist "Bohemian Rhapsody" von Queen. Als die Musiker ganz am Ende nochmal ein paar Takte von John Miles' "Music" anstimmen, hält es niemand mehr auf seinem Sitz. Als der Schlussapplaus verklungen ist, zeigt sich der Bürgerstiftungsvorsitzende Joachim Schmidt sichtlich zufrieden mit der gelungenen Umsetzung des Projekts. "Wir sind hervorragend in die Biennale 2019 gestartet.

Über 2021 machen wir uns jetzt noch keine Gedanken", will er sich direkt nach dem Konzert aber noch nicht dazu äußern, ob und in welchem Umfang das Sindelfinger Werk womöglich auch künftige Auflagen des Festivals unterstützen wird. Nach den Darbietungen am Mittwoch und gestern Abend gibt es heute und morgen noch zwei weitere "Meilensteine"-Konzerte. Für beide gibt es allerdings so gut wie keine Karten mehr. Mehr Bilder von der "Meilensteine"-Premiere sowie weitere Infos zur Biennale unter http://www.krzbb.de/biennale2019 im Netz.
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Umjubelte Premiere der "Meilensteine"

Erfolgreicher Start der Biennale vor 1000 Zuschauern in der zur Konzerthalle umfunktionierten Factory 56
Mit 1000 Zuschauern, 250 Musikern aus 4 Ensembles auf der größten Bühne, die es in Sindelfingen je gab und der Premiere des „Werk-Stadt“-Films setzt die Auftaktveranstaltung der Biennale in der „Factory 56“ gleich mehrere Meilensteine: Am Mittwoch hat die umjubelte Premiere des außergewohnlichen Kulturprojekts für besondere Momente gesorgt.
Noch bevor in der Fabrik der Zukunft, das erste Fahrzeug gebaut wird, feierten hier die "Meilensteine" der Biennale 2019 ihre Premiere. Auf rund 400 Quadratmetern Fläche fanden bei der gestrigen Meilensteine-Premiere in der „Factory 56“ 250 Musiker des Daimler Sinfonieorchesters unter der Leitung von Matthias Baur, der MVS Big Band unter der Leitung von Jörg Gebhardt, des Meilensteine-Projektchors, den Patrick Bopp einstudiert hat und schließlich Gitarrist Siggi Schwarz und seine Band mit Max Hunt (Keyboards), Danny O'Steen (Bass), Drummer Bernd Elsenhans und Sänger Markus Engelstädter Platz.
Auf dem Programm in der insgesamt rund 30 Fußballfelder großen Fabrikhalle, stand eine musikalische Zeitreise mit rocksinfonischen Klassikern wie Jump, Hotel California oder Final Countdown. Mal im authentischen Rocksound, mal mit großem philharmonischen Orchester, mal gepaart mit Big Band-Power und Chorgesang. Dabei stand der Auftakt unter schwierigen Vorzeichen: Gitarrist Siggi Schwarz war auf der Anreise in einen zum Glück glimpflich verlaufenen Unfall verwickelt und war beim Van-Halen-Song "Jump" zum Auftakt des Konzerts noch gar nicht in der Halle.
"While My Guitar Gentley Weeps" ohne Gitarre? So weit kam es dann doch nicht. Zu seinem ersten großen Solo war Schwarz dann da und zeigte, warum er seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs ist und schon mit Größen wie The Who, Santana oder den Scorpions auf der Bühne stand. "So etwas wie hier mit 250 ganz verschiedenen Musikern und Sängern auf der Bühne - das habe ich aber auch noch nicht erlebt", sagte Schwarz.
Für den ersten Gänsehaut-Moment sorgten die MVS Big Band und ihr ebenso stimmgewaltiger wie ausdrucksstarker Sänger Alexander Wolff mit dem Elvis-Klassiker "In The Ghetto", bevor es mit der John-Miles-Hymne "Music" in die Pause ging. Auch wenn gelegentlich die Streicher des Daimler Sinfonieorchesters einen schweren Stand in der geballten Klangfülle hatten: Den Technikern um Alex Scherb gelang nicht nur bei "Music" unter den schwierigen Bedingungen in der riesigen Factory 56 ein knackiger Soud.
Die künstlerische Leitung des Meilensteine-Projekts liegt bei Siegfried Barth, der nicht nur durch den Abend führte, sondern mit der von ihm geleiteten Sindelfinger Kinderfilmakademie „Sim-TV“ eigens für die Meilensteine einen 20-minütigen dokumentarischen „Werk-Stadt“-Film entwickelte, der auf einer 5,5 Meter auf 10 Meter großen Leinwand in der Fabrik der Zukunft seine Premiere feierte. Mit einer besonderen Technik wurden alte Archivbilder zu neuem Leben erweckt. Der Film beleuchtet die gemeinsame 104-jährige Geschichte von Werk und Stadt und die gemeinsame Entwicklung.

"Hotel Califonria" von den Eagle oder Bon Jovis "It's My Life": Auch nach der Pause gab es Rock-Klassiker satt, bei denen sich nicht zuletzt Sänger Markus Engelstädter mit seiner vier Oktaven umfassenden Stimme auszeichnete. Aber es wurde nuchr nur aufs Gaspedal gedrückt: Elton Johns "Circle Of Live" hat man live außer vom Meister selbst wohl selten so emotional gehört wie von Alexander Wolf und Jörg Gebhardt mit der MVS Big Band.
Blues Brothers gefällig? Auch das gab's in dieser Kombination bei den "Meilensteinen": Bei "Sweet Home Chcago" gibt es kein Halten mehr, die Halle kocht und das bleibt so bis zum "Final Countdown", der freilich nur offiziell den Abschluss bildet. Mit stehenden Ovationen fordert das Publikum eine Zugabe und bekommt sie in beeindruckender Form mit Queens "Bohemian Rhampsody" und einem letzten, lange umjubelten Chorus aus "Music".

Von einem "Meilenstein in der Kooperation von Werk und Stadt" sprach Michael Bauer, der Standortverwantwortliche des Sindelfinger Mercedes-Benz-Werks zur Begrüßung. OB Dr. Bernd Vöhringer zog den Hut vor allen Beteligten: "Man kann nur erahnen, was hier alles dahintersteckt."
Und Joachim Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Sindelfingen, sah einen Traum wahr werden: "Es ist tatsächlich Wirklichkeit geworden. Das macht uns alle sehr stolz."
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Kernen startet mit „Viva la vida“ und Knalleffekt in die Remstal Gartenschau 2019

Mitteilungsblatt Kernen Kalenderwoche 20-2019

Autor: Gemeinde Kernen

Kommunale Eröffnung der Remstal Gartenschau 2019 am 11.Mai im Schlosspark der Diakonie Stetten e.V. in Kernen-Stetten

Sonne und Akteure strahlten beim Festakt am Eröffnungssamstag im Schlosspark der Diakonie Stetten um die Wette. Mit „Viva la vida“ von Coldplay setzte das Daimler Sinfonieorchester Stuttgart unter der Leitung von Matthias Baur einen dynamischen Auftakt in unterhaltsame anderthalb Stunden.
„Was für ein schöner Moment! Was 2009 beschlossen wurde, geht heute an die Umsetzung“, freute sich Bürgermeister Stefan Altenberger über Kernens Start in die Remstal Gartenschau 2019. Diese verspricht noch bis 20. Oktober viel Programm.
„Kernen legte bei seinen Projekten großen Wert auf Nachhaltigkeit“, betonte der Schultes. Durch Kultur, Natur und Genuss wolle man die Menschen zusammenbringen und Gemeinschaftserlebnisse schaffen, die allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn sie sich daran zurück erinnern. „Bereits am Auftakttag ist Ihnen dies gelungen“, schwärmte Ministerialdirektorin Grit Puchan vom Landesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie sei völlig überrascht und überwältigt gewesen von der Traumkulisse, die sich ihr bot, wie sie später zugab: 80 Musikerinnen und Musiker der Daimler Sinfonieorchesters saßen auf der Bühne und mehr als 1.000 Menschen bevölkerten den Schlosspark.

Ein kleines Paradies – der neue Inklusionsspielplatz
Unter den Gästen waren, neben viel lokaler Prominenz, Landrat Dr. Richard Sigel, sowie die Landtagsabgeordneten Petra Häffner (Grüne), Claus Paal (CDU) und Jochen Haußmann (FDP), ebenso der Aufsichtsratsvorsitzende der Remstal Gartenschau GmbH und Erster Bürgermeister der Stadt Schorndorf, Thorsten Englert, der Weinstädter OB Michael Scharmann sowie der Bürgermeister Bernhard Bühler aus Oppenweiler.
Grit Puchan unterstrich in ihrem Grußwort die Möglichkeiten der Stadtentwicklung, die Gartenschauen den Kommunen bieten. Sie staunte über all die Projekte die in Kernen und den anderen Kommunen durch die Fördergelder verwirklicht worden sind. Kleine Paradiese seien entstanden – eines davon sei der Schlosspark mit seinem neu gestalteten Inklusionsspielplatz, den die Kinder prompt für sich entdeckt und erobert haben.

Der Segen und ein Hoch aufs Ehrenamt
Der Hausherr und Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen, segnete die Gartenschau und löste Heiterkeit aus mit seinem Vorschlag an Bürgermeister Altenberger, gemeinsam die Alterstauglichkeit der Spielgeräte für die ältere Generation im Schlosspark zu testen. Denn der Spielplatz soll ein Treffpunkt sein für Menschen mit und ohne Behinderung sowie für Jung und Alt.
Im Verlauf der Auftaktfeier erhielten die im Zuge der Gartenschau entstandenen Ehrenamtsprojekte ihren großen Auftritt auf der Bühne. Hier durften die Vertreter nochmals richtig Lust machen auf den historischen Leporello, das Kernener Vespertäschle, das Fahnen-Projekt, den Schafwanderweg, die Theatercollage über den Afrika-Forscher Karl Mauch sowie auf die GartenKulTour und den Künstlermarkt „KuckMal!“

Elegante Tänzer und glitzernde Luftschlangen
Schwungvoll und bunt wurde es zwischendurch mit den Kindergartenkindern der Alten Schule, die eine lange Wimpelkette als Symbol für das Fahnenprojekt des KuKuK auf die Bühne trugen und die Gäste singend mit „Halli, hallo – Herzlich willkommen!“ begrüßten.
Zum „Blumenwalzer“ drehten sich Tanzpaare der Waiblinger Tanzschule fun&dance elegant und beschwingt im Takt. Als Schlusspunkt des Festakts und als Auftakt in die kommenden mehr als 160 Tage Gartenschau-Vergnügen gab‘s vor dem aufziehenden Gewitterschauer noch einen echten Knalleffekt: Kernen ließ Luftschlangen regnen – zur Freude der Kinder, die sofort losstürmten, um einen der glitzernden Fäden zu ergattern.
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Der europäische Klang der Empathie

9. Juli 2018 - Schorndorfer Zeitung

Foto: Ralph Steinemann

Autor: Thomas Milz

Dirigent Walter Pfohl mit dem Daimler-Sinfonieorchester Stuttgart und dem Chor der Universität Hohenheim in der gut besuchten Stadtkirche.

Schubert beim Jubiläumskonzert des Chors der Universität Hohenheim / Benefiz zugunsten der Sanierung in der Stadtkirche


Schorndorf. Ein Benefizkonzert der Extraklasse, das der Chor der Universität Hohenheim zusammen mit dem Daimler-Sinfonieorchester in der Stadtkirche gegeben hat. Gespielt wurden zwei kühne Werke von Franz Schubert: Der 1. Satz der Großen C-Dur-Sinfonie und die Messe As-Dur. Aufwühlend besonders Schuberts „Missa solemnis“, in der so etwas wie der europäische Klang der Empathie zu vernehmen war!


Was für ein warmer, tiefer Hörnerklang im Andante dieser C-Dur-Sinfonie. Da wird nicht zur Jagd geblasen, eher besänftigt, ein großes musikalisches Versöhnungsangebot gemacht. Das ist sozusagen waffenlos einnehmend und teilt dann doch auch etwas Atemloses mit, so, als ob der Kairos des Gelingens, jetzt oder nimmermehr, ergriffen werden müsste. Das wurde nun vom Daimler-Sinfonieorchester unter der Leitung von Matthias Baur mit bravouröser Nervosität vorgetragen und vermied so jegliche betuliche Konvention. All das mit fein gestichelten Abschattungen – als aufwühlendes Konfliktpanorama, von den (Geschichts-) Pauken gleichermaßen beschworen wie beglaubigt.

Die Austreibung eines reaktionär-christlichen Fundamentalismus


Unerhört die Provokation von Schuberts danach zu hörender Messe As-Dur (Missa solemnis) mit vier Solisten und dem großen Chor der Universität Hohenheim unter der Leitung von Walter Pfohl. Nicht verwunderlich, dass dieses Werk bei Schuberts Zeitgenossen durchfiel. Hatte sich der Komponist doch zudem bei der Vertonung über die vorgegebenen Worte des Glaubensbekenntnisses hinweggesetzt.
Entstanden ist so eine Überbietungs-Messe, in der das Verblassen des traditionellen Glaubens sowohl mitgehört werden kann, wie darüber auch ein scheinbar ungezwungenes Ringen um eine neue Harmonie des Glaubens in der Welt erscheint. Und in was für einer Schönheit erklingt das hier etwa im „Credo“! Das Glaubens-Vokalisieren des Chores, es kommt von weit her und ist doch höchst modern in seiner kühnen Vielstimmigkeit. Man meint Schubert dabei zuzuhören, wie er Züge eines reaktionären Fundamentalismus des Christentums aus seiner Musik hinaustreibt und dabei eine ganz neue, unerhörte Sprache findet!
Schubert lässt hier - etwa im „Sanctus“ - eine fromme Scheu und ein heiliges Schaudern hören, die von Solisten, Chor und Orchester mit bewundernswerter Differenziertheit und zugleich Kraft vorgetragen werden.
Am Ende das „Agnus Dei“ in f-Moll, als ein betörendes Klage- und Mitleidsgewimmel der Stimmen von Chor und Solisten. Das ist der große europäische Sound der Empathie, des Einfühlens in das Leid des anderen. Überwältigend zu hören in einer Welt, und zugleich beschämend, in der diese Empathie (wirklich ein Wert unseres Abendlandes?) gerade verhöhnt und verraten wird an scheinbare National-Interessen. „Meine Werke sind dem menschlichen Schmerz verbunden. Die Menschen wollen miteinander gehen, sie gehen aber nur nebeneinander.“ So schrieb Schubert zur Zeit der Uraufführung der Messe in sein Tagebuch. Sein Musikverleger verweigerte den Druck des Werks, das danach fast vierzig Jahre lang in Vergessenheit geriet.
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Musik für eine bessere Welt

22. Januar 2018 - Stuttgarter Zeitung

Foto: Ali Malak

Autor: Philipp Braitinger

Im vergangenen Jahr fand das fünfte Konzert unter dem Motto „Respekt und Frieden“ am 11. November in Göppingen mit dem Daimler Sinfonieorchester statt, das bereits 2016 beim Bürgerfest des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue in Berlin gespielt hatte. Unter der Leitung des Dirigenten Matthias Baur wurden in Göppingen Stücke wie das „Scherzo“ aus der Großen C-Dur Sinfonie von Franz Schubert, ein Medley aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin oder die eigens für das Daimler-Orchester arrangierten Werke „Out of Africa“, „Viva la Vida“ und „El Dorado“ gespielt. Das Publikum füllt die Göppinger Stadthalle inzwischen. Diesmal kamen rund 700 Besucher.
Der Erlös geht unter anderem an den Göppinger Kinder-Hospizdienst
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